Glossar
Die wichtigsten Fachbegriffe
Was ist ein Geografisches Informationssystem oder Geoinformationssystem (GIS)?
Quelle: http://www.laum.uni-hannover.de/ilr/umwelt/gis/gisdef.html#gis
Nach Burrough, P.A., 1986: Principles of Geographic Information Systems for Land Resoures Assessment, Oxford: "A powerful set of tools for collecting, storing, retrieving at will, transforming, and displaying spatial data from the real world for a particular set of purposes."
Nach Hemenway, 1989: "A GIS is a computer system designed to allow users to collect, manage, and analyze large volumes of spatially referenced and associated attribute data." Nach Clarke, 1986: "A computer based system for the capture, storage,retrieval, analysis and display of spatial data."
Nach Dept. of Environment (1987): "A GIS is a system for capturing, storing, checking, integrating, manipulating, analysing and displayiong data which are spatially referenced to the Earth." Nach Rhind, 1989: "A GIS is a computer system that can hold and use data descirbing places on the earth's surface."
Nach Goodchild, 1985: "... a system which uses a spatial database to provide answers to queries of a geographical nature. ... Since putting spatial data into a computer at great expense for the sole purpose of getting it out again would be pointless, a GIS must allow a variety of manipulations to be carried out, such as sorting, selective retrieval, calculation and spatial analysis and modelling. We also expect a full range of functions to allow input of data in map form, and cartographic output ..." Nach Strobl, 1988: "Systeme zur Erfassung, Speicherung, Prüfung, Manipulation, Integration, Analyse und Darstellung von Daten, die sich auf räumliche Objekte beziehen ... "
Nach Jäger (LVA nds., IfK Tagungsband, 1992): "Ein rechnergestütztes System, mit dem Daten (Informationen) erfaßt, gespeichert, verarbeitet und in verschiedener Form ausgegeben werden können. Ein GIS umfaßt sowohl die Daten, als auch deren Verarbeitungsmethoden."
Nach Page/Häuslein/Greve, 1993: Das Hamburger Umweltinformationssystem HUIS, 83 ff.: "Ein Geografisches Informationssystem (kurz auch Geo-Informationssystem) ist ein Informationssystem, das der Bereitstellung von Fachinformationen unter Berücksichtigung ihres Raumbezuges dient. Es muß daher Funktionen zur Erfassung, Bearbeitung und Darstellung von raumbezogenen Daten anbieten. Es integriert geometrische Primitive, graphische und thematische Beschreibungen zu raumbezogenen Objekten. Die Verknüpfung von thematischen Daten mit Informationen zum Lagebezug, die i.d.R. kartographisch dargestellt werden, unterscheidet GIS von reinen Kartier- oder CAD-Systemen. Aufgrund des Raumbezuges sind die notwendigen Auswertungs- und Darstellungsverfahren besonders aufwendig. Zielsetzung des Einsatzes von GIS ist in vielen Fällen die Erstellung thematischer Karten. Da der Raumbezug ein wesentliches Charakteristikum derartiger Systeme ist, werden sie vereinzelt auch als Raumbezogene Informationssysteme (RIS) bezeichnet."
Nach Bill/Fritsch, 1994: Grundlagen der Geo-Informationssysteme. Band 1: Hardware, Software und Daten, 2. Aufl., Karlsruhe: "Ein Geo-Informationssystem ist ein rechnergestütztes System, das aus Hardware, Software, Daten und den Anwendungen besteht. Mit ihm können raumbezogene Daten digital erfaßt und redigiert, gespeichert und reorganisiert, modelliert und analysiert sowie alphanumerisch und graphisch präsentiert werden."
Ein heute sehr wichtiger Begriff ist die Geodateninfrastruktur:
Als Geodateninfrastruktur werden die technologischen, politischen und institutionellen Maßnahmen verstanden, die sicherstellen, dass Methoden, Daten, Technologien, Standards, finanzielle und personelle Ressourcen zur Gewinnung und Anwendung von Geoinformationen entsprechend den Bedürfnissen der Wirtschaft zur Verfügung stehen.. [W. Vogel, 2002. Geodateninfrastruktur in Deutschland (GDI) . Positionspapier der AdV. ZfV 2/2002, S. 90-96, vgl. auch www.adv-online.de/veroeffentlichungen/gdipositionspapier_der_adv.pdf zuletzt aufgerufen am 7.2.2004].
Eine Geodateninfrastruktur enthält eine Geodatenbasis, ein Geoinformationsnetzwerk, Dienste und Standards. Mit ihnen werden in einer GDI die Voraussetzungen geschaffen für die Gewinnung, Auswertung und Anwendung von Geoinformationen für Nutzer und Anwender in der öffentlichen Verwaltung, im kommerziellen und nicht kommerziellen Sektor, in der Wissenschaft und für den Bürger. Die (nationale) Geodatenbasis (GDB) besteht dabei aus Geobasisdaten, Geofachdaten und deren Metadaten.. [Definition Interministerieller Ausschuss für Geoinformation, IMAGI, Quelle: U. Püß, 2002. Konzeption und Aufbau einer Geodateninfrastruktur in Thüringen. 9. Thüringer GIS-Forum. Vgl. http://www.thueringen.de/ikg-giz/ zuletzt aufgerufen am 7.2.2004]
Auf einen knappen Nenner gebracht:
GDI = Geodaten + Netzwerk + Dienste + Standards
Eine Geodateninfrastruktur ist also eine aus technischen, organisatorischen und rechtlichen Regelungen bestehende Bündelung von Geoinformationsressourcen, in der Anbieter von Geodatendiensten mit Nachfragern solcher Dienste kooperieren. Im Vordergrund einer Geodateninfrastruktur steht ein auf dem Internet basierendes Geodatennetz, in der Server (meist verschiedener Institutionen) Geodatendienste anbieten und verschiedene (auch mobile) Klientenapplikationen jene nutzen. Der Definition entsprechend gehen die Ziele, die wir mit der Konzeption und schrittweisen Umsetzung einer Geodateninfrastruktur für Bremen verbinden, über die bislang angestrebten Effekte bei der Einrichtung von Geoinformationssystemen deutlich hinaus.